TA alphatronic PC – Der „Clubberer“ unter den Personal Computern

Der Franke ist ja eher ein zurückhaltender und ruhiger Mensch. Er mag lieber das gemütlich gesellige Beisammensein bei einem Seidla Bier oder Glas Wein und das größte Lob eines Franken lautet: „Bassd scho!“ (passt schon!).

Heute möchte ich euch einen PC von 1984 eines ehemaligen Computerherstellers aus Franken – genauer gesagt aus Nürnberg, der Metropole Mittelfrankens – vorstellen. Es ist der TA alphatronic PC der Firma Triumph-Adler, ein Z80 basierter 8-Bit-Computer mit 64 kB RAM, 32 kB ROM und integriertem Microsoft Basic.

Triumph-Adler TA alphatronic PC von 1984

Man kann den Computer durchaus mit den Eigenschaften des Franken vergleichen: Der PC hat eine schlichte, gradlinige Gehäuseform und er kommt eher unauffällig und zurückhaltend daher. Dafür besticht er durch seine Verarbeitung und den inneren Werten. Ein Franke würde sagen: „Bassd scho!“

Aber warum Clubberer (fränkischer Dialekt: Glubberer)? So werden die Fans des Traditions-Fußballvereins 1. FC Nürnberg bezeichnet, die ihren Verein liebevoll einfach „Club“ nennen und mit ihm durch dick und dünn gehen. Und ich finde, das passt auch sehr gut zu so einem Nürnberger Original, wie dem alphatronic PC.

Siehe auch mein kleines Unboxing Video zum TA alphatronic PC

Die Vorgeschichte

Das Traditionsunternehmen Triumph Adler aus Nürnberg baute bereits Ende der 1960er Jahre elektronische Fakturiermaschinen und Transistor basierte Computer. Mit dem sogenannten „Volkscomputer“ TA10 baute TA bereits Anfang der 1970er Jahre einen Arbeitsplatzcomputer. Ein Nachfolger und das erste von-Neumann-System war das 8-Bit-System TA1000. Es stand ab 1973 als erweiterte Version 1069 bei der Deutschen Bahn. Später kamen in Deutschland immer mehr die sogenannten Kleincomputer in Mode, die sich auch mittelständische Unternehmen leisten konnten. Durch die fortschreitende Miniaturisierung und fallenden Chippreise, wurden schließlich Personal-Computer immer beliebter. Diesen Trend erkannte auch Triumph-Adler.

Unternehmensgeschichte bis in die 1980er Jahre

Ursprünglich wurde das Unternehmen 1896 von Siegried Bettmann als Tochtergesellschaft der „Triumph Cycle Company“ aus Coventry (England) gegründet und produzierte bis 1909 ausschließlich Fahrräder und kurzzeitig Motorräder. Ab 1909 stieg man durch den Kauf einer Konkursmasse schließlich auch in das Schreibmaschinengeschäft ein. 1911 erfolgte die Abspaltung vom Mutterkonzern und zwei Jahre später die Umbenennung in „Triumph Werke Nürnberg AG“.

Die Adlerwerke in Frankfurt waren ebenfalls ein renommiertes, deutsches Traditionsunternehmen, das vom Darmstädter Heinrich Kleyer bereits 1880 gegründet wurde. Adler entwickelte und produzierte zuerst Fahrräder und später auch Motorräder und Autos. Kleyer kaufte als erster Deutscher 1896 Patente für Schreibmaschinen aus den USA und brachte 1898 schließlich die erste eigene Schreibmaschine auf den Markt. Zeitweise waren die Adlerwerke in den 1930er Jahren auch drittgrößter Autohersteller in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg geriet das Unternehmen jedoch in Schieflage.

Im Jahr 1957 kaufte Max Grundig (deutscher Wirtschaftspionier und Gründer der Grundig AG, ein Elektronikkonzern für Radio- und Fernsehtechnik) sowohl das Aktienkapital der Triumph-Werke, sowie eine Beteiligung an den Adlerwerken, schloss die beiden Firmen zu Triumph-Adler zusammen und wandelte das Unternehmen zu einem reinen Büromaschinenhersteller.

Man stieg so bis Ende der 1960er Jahre zum fünftgrößten Büromaschinenhersteller weltweit auf. Ende der 60er Jahre verkaufte Grundig jedoch das Unternehmen an den Litton-Konzern (USA) (u. a. Royal Typewriter), bevor es 1979 wieder zurück nach Deutschland wanderte, in dem sich der Volkswagenkonzern 55% der Anteile an Triumph-Adler und damit auch an Royal Typewriter sicherte.

Bereits Ende der 1960er Jahre produzierte TA elektronische Fakturiermaschinen und Transistor basierte Computer (FA 402 oder TA 100). Ab 1971 brachte TA dann den sogenannten „Volkscomputer“ TA 10 auf den Markt, ein Arbeitsplatzcomputer im Kofferformat für Fakturier-, Abrechnungs- und Buchungsaufgaben.

1978 übernahm Triumph Adler die ebenfalls in Nürnberg ansässige Diehl Datensysteme und vermarktete deren Textsysteme DDS-1, DDS-2, DDS-3 Diehl Bildschirmtextsystem Bitsy unter der Bezeichnung Bitsy-10, -20 und -30. Ein Bitsy-2 System ist auch im Informatik Museum ISER der Uni Erlangen (FAU) zu bestaunen.

Übrigens, wer mehr über die Geschichte von Triumph-Adler und deren Computer wissen möchte, dem empfehle ich folgende Seite: http://horniger.de/computer/ta/index_d.html

Zuerst holte man sich mit der Übernahme der Diehl Datensysteme GmbH weiteres Computer Know-how ins Unternehmen und vermarktete zuerst auch deren Computer. 1979 kaufte Triumph-Adler dann von sks (Steinmetz Krischke Systemtechnik) das KISS System und brachte es als Alphatronic zur Serienreife. Die Alphatronic Serie startete schließlich 1980 mit der Vorstellung der Modelle P1 und P2 auf Basis der 8-Bit-CPU Intel 8085 mit 48 kB RAM (erweiterbar auf 64 kB) und dem proprietären Betriebssystem MOS (Micro Operating System), was ebenfalls komplett von der Firma sks (Steinmetz Krischke Systemtechnik) entwickelt wurde. Optional konnte das System aber auch mit einer angepassten Version von CP/M 2.2 laufen. Die Alphatronic Serie wurde 1982 mit den verbesserten Versionen P3 und P4 ebenfalls mit Intel 8085 fortgesetzt. Es folgten 1984 noch P30/40 als Hybridrechner mit zwei CPU’s: 8085 ( 8 Bit, 3 MHz) und 8088 (16 Bit, 5 MHz).

Der TA Tastaturcomputer

Neben den genannten PCs, die im Desktopgehäuse-Design der ausgehenden 70er Jahre (ähnlich Commodore PET) daherkamen, entschied man sich einen noch kompakteren sog. Tastaturcomputer auf den Markt zu bringen, der offensichtlich als Einstiegs-und Lern-PC für zuhause, oder kleine Büros, wie z.b. Rechtsanwaltskanzleien oder Arztpraxen gedacht war. Somit entstand mein Computer, den ich euch hier etwas näher vorstellen möchte.

Die Tastatur vermittelt ein gutes Schreibgefühl und ist schön flach gehalten, so wie man es von einem führenden Schreibmaschinenhersteller erwarten kann 😉

Der einfach „Alphatronic PC“ genannte Computer bekam ein völlig neues Design und eine nicht zu den anderen Modellen kompatible CPU: Zilog Z80A. Außerdem lagerte man, wohl aus Kostengründen, sowohl seine Entwicklung, als auch die Produktion nach Japan aus. Tastaturcomputer waren in den 80er Jahren groß in Mode: Apple II, Tandy TRS-80 Model I, Commodore VIC 20, C64, ATARI 400/800(XL), Amiga, Atari ST sind nur einige Beispiele. Durch die Integration aller wichtigen Komponenten in einem kompakten Gehäuse inklusive Tastatur, konnte man Kosten bei der Herstellung sparen. Für Erweiterungen wurden einfach Schnittstellen nach außen geführt, an denen man dann Kassetten- oder Diskettenlaufwerke, Drucker, Modem etc. anschließen konnte.

Der Alphatronic PC passte da genau in die Mode der 80er Jahre: Das Gehäuse des Computers ist kompakt und relativ flach. In ihm steckt nur die Hauptplatine, auf der neben der Z80A CPU (von NEC) alle weiteren wichtigen Komponenten untergebracht sind. Zusätzlich ist auch das Netzteil bereits im Computer integriert. Die deutsche Tastatur komplettiert das System. Er bietet auch vielfältige Anschlussmöglichkeiten für die Bildausgabe: TV (per Adapter), monochromes Composite Video (BAS), oder RGB Video.

Microsoft ROM Basic Ver 5.11

Nach dem Einschalten meldet sich sofort das auf ROM integrierte Microsoft BASIC V5.11 und man kann direkt mit der Programmierung loslegen. Das war damals übrigens auch bei den meisten anderen Computern so üblich. Das integrierte BASIC bietet jedoch nur den Zugriff auf das Kassettenlaufwerk (CLOAD/CSAVE) als Speichermedium. Damit bot aber der Alphatronic mit einem damaligen Verkaufspreis von 1495 DM, einen günstigen Einstieg in die Welt der Computer.

Besser mit Diskette

Da die Speicherung auf Datasette als recht umständlich und unzuverlässig gilt, kommt man für die professionellere Arbeit mit dem Computer nicht an einem Diskettenlaufwerk vorbei.

Bei meinem System sind sogar gleich zwei 5,25″ Diskettenlaufwerke mit einer Kapazität von je 320 kB dabei. Sie haben unterschiedliche Modellbezeichnungen (F1 und F2), denn nur im ersten Floppylaufwerk, was damals stolze 1800 DM kostete, ist der notwendige Diskettencontroller untergebracht. Das zweite, günstigere Laufwerk, wird dann mit dem ersten Laufwerk verbunden und über dessen Controller mitgesteuert. Durch so einen „modularen“ Aufbau konnte man es also dem Geldbeutel bzw. den Anforderungen des Kunden überlassen, ob er mit dem günstigen aber langsamen Kassettenlaufwerk auskommen wollte, oder für professionelles Arbeiten doch das Geld für relativ teure Diskettenlaufwerke investierte. Mit dem Diskettenlaufwerk wird jedenfalls auch das Microsoft Disk BASIC mitgeliefert, was beim Einschalten von Diskette gebootet wird. Weiterhin gibt es für den Alphatronic ein angepasstes CP/M 2.2 Betriebssystem, ein Vorläufer von MS-DOS, was in den 80er Jahren DER Betriebssystem Standard für Personal Computer war. Für CP/M wurden damals viele weit verbreitete Anwendungsprogramme wie WordStar, dBASE, Turbo-Pascal oder Multiplan entwickelt. Auch dafür benötigt man mindestens ein oder besser zwei Diskettenlaufwerke.

Abgrenzung zum Homecomputer

Als typischen Homecomputer würde ich den Alphatronic PC nicht bezeichnen, denn dazu fehlen ihm einfach die besonderen Grafik- und Sound-Eigenschaften, die z.B. Commodore und ATARI in diesem Umfeld als Spiele-Computer Mitte der 80er so erfolgreich machten. Der Alphatronic verfügt nämlich lediglich über einfache Blockgrafik (4×4 Pixel) und im Grafikmodus eine Auflösung von mageren 160×72 Pixel bei 16 Farben und der einfache Tongenerator taugt nur für Piepstöne. Dafür unterstützt der Textmodus bereits 80 Zeichen pro Zeile, was für professionelle Anwendungen, wie z.B. Textverarbeitung enorm wichtig war. Ich denke, die Nürnberger wollten ohnehin keinen typischen Spielecomputer entwickeln (obwohl auch Spielmodule beworben wurden), sondern sie fokussierten sich auf die „seriösen“ Anwender im Heimgebrauch oder in kleinen Unternehmen. So konnte vielleicht der Firmenchef seine Kalkulationsdaten auf Diskette aus dem Büro mit nach Hause nehmen, um sie dort zu überarbeiten. Man verbaute im Alphatronic auch nicht den neuesten Schrei der Computertechnik, denn der Computer entspricht von der technischen Ausstattung eher einem Tandy TRS-80 Model I, der von 1977 bis ca. 1981 auf dem Markt war. Ziel war es vielmehr kleinen Unternehmen einen günstigen Einstieg ins Computerzeitalter zu ermöglichen. Hier war stabile Technik und einfach zu bedienende Bürosoftware gefragt, wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Kunden-/Karteiverwaltung – ein unauffälliger Franke eben.

Technische Daten


Die technischen Daten lauten wie folgt:

  • CPU: Z80 A, 4 MHz
  • 64 kB RAM
  • 32 kB ROM
  • Video-Ausgänge für Farbmonitor, Monochrom-Monitor und TV
  • 40×24 / 80×36 Zeichen im Textmodus
  • 160×72 Pixel im Grafikmodus (640×288 in 4×4-Blöcken) 16 Farben
  • Tongenerator
  • Ausgang für Kassettenrekorder (Kansas City Standard)
  • Ausgang für 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke
  • eingebautes Netzteil
  • Schreibmaschinentastatur mit separatem Ziffern- und Cursorblock sowie sechs Funktionstasten
  • ROM-Schacht für Spiele und Anwendungsprogramme
  • serielle Schnittstelle (V.24) für Drucker oder Akustikkoppler/Modem
  • parallele Schnittstelle (Centronics)
  • Bus-I/O
  • Abmessungen (B × T × H): 405 mm × 255 mm × 73 mm
  • Gewicht: 3500 Gramm

Ausflug über den großen Teich

Mit der Übernahme der Mehrheitsanteile der amerikanischen Royal Typewriter Company, öffnete sich für TA der Computermarkt auch in den USA. Somit wurden Alphatronic Systeme auch unter der Marke ROYAL alphatronic in Amerika verkauft. Leider erwies sich dies als Verlustgeschäft und brachte TA später selber in Schwierigkeiten, was wiederum eine Übernahme durch Olivetti zur Folge hatte.

Über den ROYAL alphatronic gibt es übrigens ein nettes kleines Video eines befreundeten Vintage Computer Enthusiasten und Elektronik Bastlers der in den USA lebt und mit dem ich mich immer wieder mal über unsere gemeinsame Liebhaberei austausche.

Was bedeutet mir der Computer

Da mein Sammelschwerpunkt ohnehin Tastaturcomputer aus den 80er Jahren sind und zudem Triumph-Adler ein Unternehmen aus meiner Heimatregion ist, wollte ich schon lange so ein Gerät haben. Leider sind sie heute nicht mehr leicht zu bekommen, weil sie hauptsächlich in Deutschland verkauft wurden und offensichtlich die Verkaufszahlen auch hier nicht besonders hoch waren. Umso glücklicher kann ich mich schätzen, dass ich vor kurzem ein komplettes System mit Sanyo Bildschirm, zwei Diskettenlaufwerken, Disketten und Handbüchern ergattern konnte. Dafür musste ich zwar etliche Kilometer in Kauf nehmen, um ihn abzuholen, aber der Verkäufer war ein sehr netter, junger Familienvater, der den Computer von seinem Onkel (glaub ich) aus Erstbesitz bekommen hatte. Er war auf der Suche nach einen würdigen Sammler, der den Computer weiterhin pflegt und in Schuss hält.

Hier ist das gesamte Paket zu sehen inkl. Originalverpackung und Handbücher.

Ich hab den Computer dementsprechend in einem Top gepflegten Zustand erhalten. Es bedurfte nicht einmal einer Grundreinigung oder größeren Entstaubungsaktion, wie sonst so oft üblich. Der Computer und die Zubehörteile funktionieren auch alle noch tadellos. Selbst die Disketten lassen sich noch problemlos lesen. Keine Selbstverständlichkeit, denn immerhin ist der Computer schon fast 40 Jahre alt. Mit dem beiliegenden Textprogramm und meinem EPSON FX-80 konnte ich dann auch direkt einen Text ausdrucken.

Geöffnet habe ich das Gerät aber trotzdem, um es zu inspizieren. Dabei fielen mir die RIFA Kondensatoren des Netzteils auf, die schon ziemlich grenzwertig erscheinen. Deshalb wird das meine erste Instandhaltungsaktion sein, die Entstörkondensatoren zu tauschen, bevor sie platzen und dabei eine größere Sauerei verursachen.

Außerdem versuche ich noch weitere Software dafür zu bekommen. Meistens gibt es sie als Diskettenimages und das ist dann nicht ganz so einfach diese im richtigen Format auf 5,25″ Disketten zu bekommen. Weiterhin ist es mein Ziel den Computer auch mal auf einer Vintage Computer Messe oder Ausstellung vorzuführen. Es bleibt auf jeden Fall spannend zu sehen, was man heutzutage noch so aus der Kiste herauskitzeln kann. Ich werde jedenfalls weiter davon berichten.

Schönes Werbe- und Einführungsvideo von 1983 gesprochen unter anderem von Elmar Gunsch

Der Nachfolger

Der 8-Bit Alphatronic PC hatte 1985 dann noch einen Nachfolger, den Alphatronic PC16, mit dem TA nochmals den Versuch eines kompakten Einstiegscomputers wagte. Diesmal war der Computer jedoch mit einer 16 Bit Intel CPU (8088) ausgestattet und hatte ein im ROM integriertes MS-DOS 2.11. Daneben konnte man weiterhin CP/M benutzen. Leider gab es wieder keine Erweiterungsmöglichkeiten mittels ISA-Steckkarten, die damals bei den Konkurrenzsystemen bereits zum Standard gehörten und 64 kB RAM waren zu dieser Zeit auch nicht mehr zeitgemäß. Somit blieb der Erfolg dieses Systems sehr bescheiden.

Wie man trotzdem erfolgreich einen IBM kompatiblen Tastaturcomputer auf den Markt bringt, das bewies die ebenfalls deutsche Computerschmiede „Schneider Rundfunkwerke AG“ 1988 mit dem Euro-PC, der auch eine Intel 8088 CPU hat und den ich hier in einem separaten Bericht bereits vorgestellt habe.

Die weitere Geschichte von Triumph-Adler

1985 erfolgte eine erneute Umfirmierung zu TA Triumph-Adler AG. 1986 wurde TA dann durch den italienischen Büromaschinenhersteller Olivetti übernommen. Dies war ein spektakulärer Schachzug, war doch Olivetti in den 80er Jahren der zweitgrößte PC-Anbieter Europas direkt hinter IBM und auch auf dem Weltmarkt eine Größe. Bereits in den 1960er Jahren belieferte Olivetti sogar die NASA mit den ersten frei programmierbaren Rechenmaschinen Olivetti Programma 101 zum Stückpreis von über 15000 DM, mit der unter anderem der Funkverkehr für die Apollo Mission berechnet wurde.

Unter dem Dach von Olivetti wurden dann nur noch MS-DOS kompatible Systeme auf den Markt gebracht. Dies begann mit den 80186 Systemen Alphatronic P50/60 und wurde später mit einer neuen Desktop-Serie namens „Dario“ und der Laptop-Serie „Walkstation“ fortgesetzt, die jedoch von Olivetti entwickelt wurden. Dies sollten auch gleichzeitig die letzten von TA vertriebenen Personalcomputer sein. Leider wurde die billige Konkurrenz aus Asien inzwischen zu groß, so dass das Computergeschäft hohe Verluste einbrachte und Olivetti den Computerbereich von TA daraufhin zerschlug und sich selber ebenfalls aus dem Computermarkt zurückzog.

In den 1990er Jahren wurde Triumph-Adler dann von einem Aktienkonsortium aufgekauft und in eine Mittelstandsholding umgebaut. Eigene Computersysteme waren jetzt kein Thema mehr. Vielmehr holte man sich mit dem Aufkauf der UTAX GmbH einen Kopierer- und Faxspezialisten ins Portfolio. Ab 2003 konnte man zusätzlich noch eine strategische Partnerschaft mit Kyocera eingehen, wodurch man auch deren Drucker-, Fax- und Kopiersysteme vertreiben konnte. Seit 2011 ist die Triumph-Adler GmbH eine 100%ige Tochter des Kyocera Konzerns.

Triumph-Adler versteht sich heute als Dienstleister ganzheitlicher Bürolösungen und als Spezialist für Dokumentenmanagement.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Triumph-Adler

https://de.wikipedia.org/wiki/Triumph_Adler_Alphatronic_PC

https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/1412958

http://computermuseum.informatik.uni-stuttgart.de/dev/dds1/

https://auge.de/projekte/computermuseum/exponat/2502

Interessante private Webseite des ehemaligen Leiters der Entwicklungsabteilung bei der Firma sks (Steinmetz-Krischke-Systemtechnik), die das Betriebssystem MOS (Micro Operating System) für die ersten alphatronic P1/P2 entwickelten: https://waltroper-aufbruch.de/Archiv/AlphatronicP2.php

https://blog.hnf.de/es-begann-mit-einem-kiss/

Interessante Seite zur Geschichte von Triumph-Adler und viele Informationen zu TA Computer: http://horniger.de/computer/ta/index_d.html

4 Gedanken zu „TA alphatronic PC – Der „Clubberer“ unter den Personal Computern“

  1. Hallo Jürgen,
    und Glückwunsch zum alphatronic PC! Und sogar die beiden Laufwerke… Wahnsinn, die sind ja sowas von selten. Wäre ja schön wenn jetzt jemand mal den Controller nachbauen würde damit wir anderen armen Alphatronic-Besitzer ebenfalls CP/M machen können – freue mich schon auf Deinen Bericht zur CP/M-Welt mit den Laufwerken – kommt bestimmt demnächst, oder? 😉 Danke auch für den Link auf mein Video, viele Grüße aus Palo Alto, Michael

    1. Hallo Michael, danke für die Blumen! Ja, als ich den Computer bei eBay Kleinanzeigen sah, musste ich ihn haben. Es ist wirklich ein schönes und gepflegtes Gerät. Dementsprechend möchte ich ihn auch weiterhin so behandeln. Sicher kommt da noch der eine oder andere Bericht dazu. Du könntest ja im CC Forum einen Aufruf starten zum Nachbau eines solchen Controllers. Vlt. finden sich noch mehr, die sowas gut gebrauchen können.

    1. … und wir verstehen uns problemlos, da wir den gleichen Dialekt sprechen 😉 Freut mich, dass dir der Artikel gefällt.

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