Datenübertragung vom PC zum EPSON HX-20

Um den EPSON Laptop HX-20 wieder zum Leben zu erwecken, müssen wir irgendwie Software darauf bringen. Die einfachste Möglichkeit besteht darin mit einem seriellen Kabel Daten von einem PC zu übertragen. Leider hat der HX-20 keinen Standard 9-pol RS232 Stecker, sonder nur runde DIN-Buchsen für serielle Anschlüsse und dazu eine besondere Pin-Belegung. Daher müssen wir selbst zum Lötkolben greifen und ein Standardkabel entsprechend modifizieren. Das das aber gar nicht schwer ist, wenn man ein bisschen Löterfahrung hat, zeige ich hier.

Wir nehmen dazu ein 9-poliges serielles Kabel (kein Nullmodem) mit mindestens einer Buchse (siehe Bild). Der zweite Stecker wird durch einen runden 8-poligen oder 5-poligen DIN Stecker ersetzt. Die RS232C-Buchse des HX hat zwar eine 8-polige DIN Buchse, aber da nur 3 Pins belegt sind (siehe Bild), habe ich in meinem Beispiel einen 5-poligen DIN-Stecker verwendet.

Die Pinbelegung ist farbig markiert (gelb = GND, rot/blau = rx/tx)

Das Kabel ist zwar leicht herzustellen, da nur drei Pins belegt sind. Es hat aber dadurch den Nachteil, dass es nur sehr langsame Datenübertragung ermöglicht. Siehe auch hier: http://oldcomputer.info/8bit/hx20/index.htm unter „Loading from PC’s serial port“. Zu beachten ist, dass das Bild dort jeweils die Computer-Seite der Pinbelegung zeigt – also seitenverkehrt ist.

Auf der PC-Seite verwenden wir einen USB-seriell-Adapter und verbinden das Kabel am HX-20 mit dem RS232-Port. Unter Linux lässt sich dann mit dem Programm minicom eine Textdatei übertragen. ImInternet finden sich tatsächlich noch BASIC Programme, die man für den HX herunterladen kann. Zur Konfiguration der richtigen Datenübertragungsparameter startet man minicom mit dem Parameter -s und stellt die Verbindung auf 300 Baud, 8N1, ohne Hard-/Software Flowcontrol (Konfiguration als default (dfl) speichern).

Anschließend kann man mit CTRL-A, S eine Datei im ASCII Mode auswählen. Beim HX-20 startet man die serielle Übertragung mit folgenden Befehl:

Die serielle Übertragung wird am HX-20 mit dem LOAD Befehl gestartet. Hier: 300 bps, 8 bits, parity None, 1 Stop bit, keinerlei Datenflusskontrolle (F)

Die allgemeine Befehlssyntax lautet wie folgt:

LOAD "COM0:(BLPSC)"

Die Bedeutung der Parameter BLPSC:
B is a number meaning speed:
0 – 110bps, 1 – 150bps, 2 – 300bps, 3 – 600bps, 4 – 1200bps, 5 – 2400bps, 6 – 4800bps. A very safe, but slow option is 300bps.
L is number of bits, 7 or 8.
P is parity: N (none), E (Even) or O (Odd)
S is stop bits, 1 or 2.
C determines state of CtS/RtS, DSR and CD lines. For example is „B“ ignoring CtS and CD, using DSR, RtS (high level), F ignores everything, only notifies the system by high level on RtS.

In unserem Beispiel startet der Befehl: LOAD „COM0:(28N1F)“ eine Verbindung mit 300bps, 8-bits, no parity, 1 stop bit, no flow control.

Da wir die Datenflusskontrolle deaktiviert haben, funktioniert die serielle Verbindung im „fire and forget“ Mode. D.h. es findet kein Check statt, ob die Daten am Ziel angekommen sind. Daher wird auch kein Fortschritt bei der Datenübertragung angezeigt. Erst wenn alles übertragen wurde, zeigt minicom eine Beendigungsmeldung an. Danach kann beim HX20 die BREAK Taste gedrückt werden, um auch den Datenempfang zu beenden. LIST sollte nun das Programmlisting der Software zeigen. Falls die Datenübertragung zwischendurch abbricht, quittiert das der HX20 mit einer Error-Meldung. Hier sollte man dann die Verbindungsparameter oder das Kabel nochmals überprüfen.

Demnächst werde ich auch noch ein voll belegtes serielles Kabel testen und hier berichten. Hier schon mal die Pin-Belegung eines „full featured“ Kabel:

Hier wird die Ansicht der Kabel-Stecker gezeigt.
Quelle: http://geocities.com/abcmcfarren/hx20/com0.htm

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