EPSON HX-20: Der erste Laptop

Deutsche Werbung für den HX-20

Der EPSON HX-20 war der erste „wahre“ Laptop, der Anfang der 1980er Jahre auf den Markt kam. Mit seinen Abmessungen von der Größe eines DIN-A4 Blattes und dem eingebauten Akku, war er damals revolutionär. Er war leicht in jedem Aktenkoffer zu transportieren und konnte über viele Stunden ohne externe Stromversorgung betrieben werden.

Mit seinem eingebauten Mikro-Kassettenlaufwerk und dem 9-Nadel Bon-Drucker, war der EPSON HX-20 ein komplett ausgestatteter Büro Rechner. Dazu hatte er noch eine ordentliche Schreibmaschinentastatur mit „Full-Size“ Tasten, mit der man auch längere Zeit ermüdungsfrei schreiben konnte. Zu der Zeit, als der HX-20 auf den Markt kam, gab es noch keine hochauflösende Computergrafik und schon gleich keine hochauflösenden LC-Displays. Somit ist das eingebaute 4-Zeilen (4×20 Zeichen) LC-Display durchaus der Zeit entsprechend und für die damalige tägliche Arbeit ausreichend gewesen. Grafiken konnte er trotzdem in s/w darstellen. Das eingebaute, speziell an den HX-20 angepasste BASIC hatte auch Grafikbefehle, mit denen es möglich war z.B. mathematische Funktionen grafisch darzustellen.

Das Zielpublikum dieses handlichen Gerätes waren daher auch Geschäftskunden und Handlungsreisende, die auf ein leicht zu transportierendes Gerät angewiesen waren. Das Gerät war sehr robust gebaut und kam in einem Kunststoffkoffer, wo auch noch Ersatzkassetten oder eine Ersatz-Papierrolle Platz hatte. Das Micro-Kassettenlaufwerk konnte man mit einem Handgriff, durch lösen eines Schiebeschalters abnehmen und z.B. durch ein ROM-Modul ersetzen, auf dem z.B. eine Business-Software gespeichert war.

Der HX-20 hatte dann noch zwei Nachfolger, den PX-4 und PX-8, die beide mit CP/M Betriebssystem und einem Z80 Prozessor ausgestattet waren und dadurch bei der Softwareauswahl noch flexibler waren.

Der Akku

Das Bild zeigt den Ladevorgang mit einem Labornetzgerät bei 7V und 200 mA. Die Krokodilklemmen sind mit einem Netzstecker-Kabel verbunden. Zu beachten ist, dass der Minuspol innen liegt.

Ein Schwachpunkt der sonst sehr stabilen Geräte ist der Akku: Es ist ein fest verbauter 1600 mAh NiCd Akku, der über ein externes ungeregeltes Netzteil geladen wird. Problem: Während der Akku geladen wird, kann man mit dem HX-20 nicht gleichzeitig arbeiten! Man muss auch wissen, dass das originale Netzteil im „Leerlauf“ 9,3V liefert bei 600 mA und unter Last dann etwa 7,2V und 150 mA (siehe auch hier: http://oldcomputer.info/8bit/hx20/index.htm). Das ist sehr wichtig zu wissen, wenn man den internen Akku lädt, denn sonst könnte man diesen zerstören!

Eine Idee wäre, um dieses Problem zu umgehen, dass man den Stromanschluss für den Akku nach außen führt und den HX-20 mit herkömmlichen AA-Zellen versorgt. Vorteil: Die Akkus könnten unabhängig vom HX-20 geladen werden und man könnte mit anderen Akkus parallel weiterarbeiten.

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